Porträtbüste Vinzenz Muchitsch Werner Seidl, 1935

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Das „Rote Graz

Der Sozialdemokrat Vinzenz Muchitsch (1873–1942) war während der Ersten Republik Bürgermeister und etablierte Graz als „rote Insel“ in einer christlich-sozial geprägten Steiermark. Seine politische Karriere begann in der Monarchie. Zunächst mit anarchistischen Bewegungen sympathisierend, wandte er sich später dem reformistischen Teil der Sozialdemokratie zu. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Graz von 1919 bis zu seiner Absetzung durch die autoritäre „Ständestaat“-Diktatur im Jahr 1934 förderte er nach Wiener Vorbild den kommunalen Wohnbau und den Ausbau der städtischen Infrastruktur.

Gips, patiniert
44 × 22 × 24 cm
GrazMuseum / Foto: Arno Friebes

Der Künstler Werner Seidl

Werner Seidl (1914–1941) arbeitete nach seiner künstlerischen Ausbildung ab Mitte der 1930er Jahre freischaffend in Graz. Der junge Künstler war insbesondere mit Porträtbüsten erfolgreich. Neben Vinzenz Muchitsch porträtierte er beispielsweise den Priester Johannes Ude. Auch erhielt er den Auftrag zu einem lebensgroßen Denkmal des autoritären Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß. 1934 schuf Seidl die „Wolfgang Amadeus Mozart“-Büste im Grazer Stadtpark. Bereits 1930 war er der NSDAP beigetreten. In der NS-Zeit porträtierte er Adolf Hitler sowie wichtige nationalsozialistische Funktionäre. Werner Seidl fiel 1941 als 27-jähriger Wehrmachtssoldat an der Ostfront.