Madonna mit Christuskind „Hl. Blasius und Benedikt“, Altargemälde der ehemaligen Kapelle im Admonterhof zu Graz Franz Steinpichler, 1695

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Voriges Objekt Prediger Abraham a Sancta Clara
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Nächstes Objekt Grabstein von Maria Catterina Zanini im Kreuzgang des Grazer Franziskanerklosters

Katholisch geförderte Volksfrömmigkeit

Das Altarbild für die Sankt Blasius-Kapelle des Admonter Stiftshofes in Graz ist eines der Hauptwerke Franz Steinpichlers, der auch Arbeiten für die Jesuiten schuf, so etwa die Fresken des Mausoleums. Diese waren Träger der Gegenreformation und förderten die Marienverehrung. Die Mutter Gottes wurde zum Inbegriff des Katholizismus, da sie im evangelischen Glauben kaum eine Rolle spielt. Hier ist Maria mit Kind von Engeln umgeben, ihr zu Füßen knien links der Hl. Blasius und rechts der Hl. Benedikt.

Öl auf Leinwand
240 × 156 cm
GrazMuseum / Foto: Arno Friebes

Katholische Bilder- und Heiligenverehrung

Das Konzil von Trient (1545–1563) stand im Zeichen der katholischen Erneuung und beginnenden Gegenoffensive zum Protestantismus. Hier kam die katholische Kirche zum Entschluss, dass Reliquien- und Bilderverehrung von Heiligen wie auch Darstellungen von Christus und der Gottesmutter Maria zulässig seien, da sie als Objekte der Frömmigkeit die kirchliche Verkündigung unterstützen. Damit grenzte sich die katholische Kirche auch in den bildenden Künsten klar vom Protestantismus ab, der die Bilderverehrung ablehnte und lediglich das geschriebene Wort in der Bibel als zulässig erachtete. Als Folge entstanden im Barockzeitalter entstanden prunkvolle Kirchenausstattungen, Messfeiern, Prozessionen und eine neu entfachte Marienfrömmigkeit – allesamt Ausdruck einer neuen katholischen (Volks-) Frömmigkeit.

Der Künstler Franz Steinpichler

Franz Steinpichler (1630–1714) zählt neben Johann Fischer von Erlach, Matthias Echter und Veit Königer zu den führenden Barockkünstlern von Graz. Er war Mitglied der Grazer Malerkonfraternität (Malerbruderschaft bzw. -vereinigung) und besaß den Ehrentitel „Hofkammermaler von Innerösterreich“. Zu Steinpichlers Hauptwerken zählen das Deckenprogramm im Stadtpalais der Adelsfamilie Dietrichstein, die Ausmalung der Kreuzkapelle im Grazer Dom, Teile des Bildprogramms in der Grazer Katharinenkirche und im Mausoleum, über 80 Heiligenbilder des Stifts St. Lambrecht und zahlreiche Altarblätter in steirischen Pfarrkirchen (u. a. in Straßgang in Graz).