Alexander Girardi in der Rolle des Pali Rácz in Emmerich Kálmáns Operette „Der Zigeunerprimas“, die 1912 in Wien uraufgeführt wurde Unbekannt, o. J.

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Zwischen Romantisierung und Verfolgung

In der Operette ist das Leben leicht und spielt oft in gräflichen Schlössern. Roma und Sinti sind hier nicht unerwünscht und werden nicht rassistisch diskriminiert, vertrieben, verfolgt oder ermordet – wie 1938 am Grazer Stadtrand von den Nationalsozialist/-innen. Mit dem Zigeunerprimas hatte Alexander Girardi 1912 seinen letzten großen Operettenerfolg, bevor er sich in seine Heimatstadt Graz zurückzog. Der Komponist der Operette, Emmerich Kálmán, konnte 1938 noch in die USA fliehen, der Textdichter Fritz Grünbaum nicht. Er kam 1941 im KZ Dachau zu Tode. Zuvor war dem Kabarettisten seine Zunge zertreten worden.

Kolorierte Fotografie, Atelier L. Gutmann, Wien
37,5 × 25,2 cm
GrazMuseum